Lehrbuch der Physik: In Elementarer Darstellung by Arnold Berliner

By Arnold Berliner

Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer booklet documents mit Publikationen, die seit den Anfängen des Verlags von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv Quellen für die historische wie auch die disziplingeschichtliche Forschung zur Verfügung, die jeweils im historischen Kontext betrachtet werden müssen. Dieser Titel erschien in der Zeit vor 1945 und wird daher in seiner zeittypischen politisch-ideologischen Ausrichtung vom Verlag nicht beworben.

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Das Aufsteigen des Körpers wird also ve'fZiigert. Da nun das subtraktive Glied mit der Zeit t größer wird, so muß es irgend wann einmal, etwa t1 Sekunden nach Beginn des Wurfes, gleich v0 , also v0 - g ~ = 0 werden, d. h. die resultierende Geschwindigkeit vertikal nach oben ist dann Null; der Körper kann dann nicht weitersteigen, unterliegt vielmehr nur der Schwerkraft und fällt herab. Das tritt ein, wenn v0 = g~ geworden ist, d. h. - Wie hoch ist der Körper gestiegen? Könnte er beim Verlassen der Schleuder lediglich dem Trägheitsvermögen folgen, so würde er sich, wenn er vom Schleudern her die Geschwindigkeit v0 cm pro sec vertikal nach oben hat, in ~ Sekunden um v0 ~ cm über den 32 Der Wurf.

Die Arbeit, die nötig ist, 1 kg* längs 1 m zu überwinden (wir sagen kurz: um 1 kg :Masse 1m zu "heben"), heißt ein Meterkilogramm (1 mkg*). Bisher war nur von einem Kilogramm die Rede. Um ein zweites, ein drittes Kilogramm usw. um dieselbe Höhe zu heben, also denselben Widerstand ein zweites, ein drittes Mal zu überwinden, muß man dieselbe Arbeit für jedes weitere Kilogramm noch einmal leisten, für die Überwindung von p kg* (d. h. für die Überwindung eines pmal so großen Widerstandes) also pmal so viel Arbeit, wie für die Überwindung des Gewichtes eines Kilogramms längs derselben Höhenstrecke.

Die Bedingung für die Geltung des ersten Bewegungsgesetzes sehen wir daher niemals vollkommen erfüllt. - Auch dem zweiten Bewegungsgesetz gegenüber muß man die Reibung berücksichtigen. Um der Masse m die Beschleunigung a zu erteilen, genügt die Kraft m · a dyn nur dann, wenn der Körper keine Reibung erfährt; unter Berüclc8ichtigung der Reibung ist eine Kraft nötig, die um ebensoviel größer sein muß als m · a wie die Reibung zu ihrer Überwindung beansprucht. Wenn die Kraft m • a zu wirken aufhört, würde sich der Körper mit der Geschwindigkeit, die er gerade hat, dauernd, wie es das Bewegungsgesetz fordert, weiterbewegen, wenn nicht die Reibung wäre.

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