Transnationalisierung: Theorie und Empirie by Ludger Pries

By Ludger Pries

Ähnlich wie vor etwas mehr als einem Jahrzehnt die Begriffe "global" und "Globalisierung" scheinen heute die Termini "transnational" und "Transnationalisierung" zu viel gebrauchten Modebegriffen zu werden. Sollen damit alle grenzüberschreitenden sozialen Beziehungen bezeichnet werden und wird Transnationalisierung damit ein neuer Catch-All-Begriff? Oder ist mit Transnationalismus ein bestimmtes und durchaus seriöses Forschungsprogramm gemeint?
Vor dem Hintergrund eigener langjähriger theoretischer und empirischer Studien zum Thema zeigt Ludger Pries, dass sich die artwork und Weise zwischenmenschlichen Zusammenlebens, die Vergesellschaftung der Menschen, immer stärker transnationalisiert. Damit ist Transnationalisierung eine wichtige shape der Internationalisierung von Vergesellschaftung, die unser 21. Jahrhundert sehr stark bestimmen wird. Der Autor zeigt dies anhand konkreter Beispiele auf den Ebenen der alltäglichen Lebenswelten, der Organisationen und gesellschaftlicher Institutionen.

Show description

Read or Download Transnationalisierung: Theorie und Empirie grenzüberschreitender Vergesellschaftung PDF

Best emigration & immigration books

Empire as the Triumph of Theory: Imperialism, Information and the Colonial Society of 1868

Who have been the 1st humans to invent a world-historical challenge for the British Empire? And what have been the constituencies at the back of the improvement of the imperialistic considering in mid-Victorian England? those questions are important for knowing the place the recent Imperialism of the overdue 19th century got here from.

From Saint-Domingue to New Orleans: Migration and Influences

 Dessens examines the legacy of roughly 15,000 Saint-Domingue refugees--whites, slaves, and loose humans of color--who settled in Louisiana among 1791 and 1815. pressured to escape their French Caribbean colony following a slave uprising that gave start to the Haitian Republic in January 1804, they unfold during the Caribbean and alongside the North American Atlantic coast.

Migration, Development, and Transnationalization

The connection among migration and improvement is turning into an incredible box of research, but the basics - analytical instruments, conceptual framework, political stance - aren't being known as into query or discussion. This quantity presents a worthwhile replacement viewpoint to the present literature because the members discover the contradictory discourses approximately migration and the function those discourses play in perpetuating inequality and an international regime of militarized surveillance.

Extra info for Transnationalisierung: Theorie und Empirie grenzüberschreitender Vergesellschaftung

Sample text

Hierbei wandern ein oder mehrere Familienmitglieder aus Gründen und auf der Grundlage von Entscheidungen, die im Wesentlichen familiärer Natur sind. Beispiele sind die klassische ‚Gastarbeiter‘-Migration zum Zwecke des zusätzlichen Gelderwerbs für den Familienhaushalt im Herkunftsland oder die von der Familie beschlossene Ausbildungsmigration eines Jugendlichen. Eine zweite Form familiärer Migration ist die sogenannte Familienzusammenführung. In Deutschland wurde sie vor allem ab den 1980er Jahren ermöglicht, nachdem deutlich wurde, dass aus vielen ‚Gastarbeitern‘ dauerhafte Einwanderer geworden waren.

In diesen etwa für die Türkei und nordafrikanische Länder als Herkunftsregionen sehr wichtigen Formen familiärer Migration wechseln Ehepartner aus der Herkunftsregion bzw. aus verwandtschaftlichen Netzwerken der Arbeitsmigranten in das Ankunftsland (etwa Deutschland oder Frankreich). Da diese Menschen häu¿g ohne genauere Kenntnisse der Sprache und Besonderheiten des Ankunftslandes einwandern, ergeben sich nicht selten starke innerfamiliäre Abhängigkeitsprobleme und KonÀikte. Eine andere Form der ‚Migration zur Familienbildung‘ entsteht, wenn ein Tourist, Arbeitsmigrant oder Student bei einem Auslandsaufenthalt eine neue Partnerin bzw.

3 36 Alltägliche Lebenswelten Entsprechend wird in wissenschaftlichen Studien vergleichsweise selten nach der familiären Situation von Migranten in ihren Herkunftsländern gefragt. Seit den 1990er Jahren hat das Thema der Geldrücküberweisungen an die Haushalte von Migranten in ihren Herkunftsländern wieder größere Beachtung gefunden. Dieses Interesse war vor allem von dem Gesichtspunkt geleitet, dass die sogenannten remittances unter Umständen nicht nur zur unmittelbaren Daseinsvorsorge der Familien dienen, sondern auch einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung in den Herkunftsländern insgesamt leisten könnten.

Download PDF sample

Rated 4.50 of 5 – based on 26 votes